Tanger.... und Servus

Bereits in Jerez de la Frontera sitzend, verabschiedet sich der Chronist hiermit von der Lesergemeinde. Die Bildredakteurin wird bestimmt in den nächsten Tagen das Geschreibsel vervollständigen und damit unseren Reisebericht abschließen.

 

Also. Was war noch? Tanger! 

Wenig haben wir erhofft, aber die Stadt hat uns durchaus angenehm überrascht. Als Stadt für Künstler, Homosexuelle, Freidenker etc. hatte Tanger Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts den Ruf die "modernste Stadt Europas" zu sein. Viel ist davon, wie im gesamten Staat Marokko, nicht geblieben. Dennoch zeugen Galerien, Cafés, und kleine Lädchen von einem Rest Liberalität.

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Casablanca

Hassan II. Moschee: Marmorner Größenwahnsinn
Hassan II. Moschee: Marmorner Größenwahnsinn

Was für ein Mythos hinter dieser Stadt! Sogar Rick’s Café gibt es dort (Eintritt nur in Business Casual), obwohl der ganze Film in Hollywood gedreht wurde und sehr wahrscheinlich Humphrey Bogart nie marokkanischen Boden betreten hat.

 

Heute ist Casablanca die größte Stadt Marokkos, größer als Berlin, und groß sind auch die sozialen Probleme. Hier trifft der Esel als Transportmittel auf den Maserati, Elendsviertel der vom Land in die Stadt strebenden Bevölkerung grenzen an Villenviertel der wohlhabenden Mittel- und Oberschicht. Dazu wird die Stadt umringt von riesigen Neubauprojekten, die an den unseligen Bauboom in Spanien in den Zweitausendern erinnern. Hoffentlich geht es hier besser aus.

 

 

Wir erreichten Casablanca glücklicherweise an einem Sonntag und da war der Verkehr etwas gemäßigter. Und da es in „Casa“, so die Eingeborenen, weder zentrumsnahe Stell- noch Campingplätze gibt, war wieder einmal Hotel angesagt. Dies in einer engen Seitenstraße mitten in der Stadt. Zum Glück hatten uns die netten Gastgeber einen Parkplatz vor der Tür reserviert. 

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El Jadida - das kleine alte Portugal in Marokko

Über eine wundervolle Küstenstraße gehts weiter nach El-Jadida. Dazwischen kreuzen wir Safi, weniger schön, weil eine Ansammlung riesiger Industrieanlagen. Hauptsächlich, so unser Guido, chemische Fabriken. Die Abkürzung führt direkt durch die verstopfte Innenstadt- kein Spaß! Dann aber wieder weiter auf schönster Küstenstrecke ins (natürlich welterbegeadelte) El Jadida.

 

 

Hier müsst Ihr Euch vorstellen, ist eine im sechzehnten Jahrhundert entstandene portugiesische Kleinstadt mit ihren engen Gässchen und Ecken innerhalb festungsähnlicher Ummauerung weitgehend erhalten geblieben. Ein Kleinod und außerdem überhaupt nicht von Touristen überlaufen wie z. B. Essaouira. Herrlich!

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Marrakech und Essaouira

Über den Weg nach Marrakech haben wir berichtet. Der Camping war echt der beste, der uns bisher auf der Reise untergekommen ist: Pool, Palmen, Schatten, Hecken aus Rosmarin und perfekte Sanitäranlagen. Was will man mehr.

 

Einzig die Lage war etwas ungünstig, weil rund 14 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Aber es gab eine Busverbindung und außerdem fuhren die kleinen Collectivos (Mercedes Kleinbusse aus den Siebzigern), und so einen nahmen wir dann auch. Das Ergebnis: Neben dem Fahrer und uns zweien hatten noch siebenundvierzig mehr oder weniger große Menschen Gelegenheit zur Mitfahrt (gleichzeitig). Das Ganze erinnerte an Versuche für das Guinness Buch der Rekorde, wie viele Menschen in einen VW-Käfer passen. Ich hätte auch gerne ein Foto gemacht, konnte mich aber leider nicht mehr bewegen. Kurz: Wir sind bestens angekommen und haben uns dann für den Heimweg doch für den ordentlichen Stadtbus entschieden.

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Pistenführerschein Teil Zwei

Uiuiuih! Hier geht's ganz schön steil runter....
Uiuiuih! Hier geht's ganz schön steil runter....

Nur mal so zwischendurch: Da haben wir uns ja eigentlich vorgenommen, problematische Pisten zu meiden. Und jetzt sowas. Von Ouarzazate nach Taliouine im Atlasgebirge geht eigentlich eine nach Karte und auch nach unserer Uschi (maps.me) durchgehende Straße. Sogar eine richtige Bezeichnung hat die. Doch kaum hat uns die Uschi achtzig Kilometer auf kleiner Landstraße geführt, will sie plötzlich umkehren und doch den weiten Umweg über die Nationalstraße fahren. Das hätte sie eigentlich bereits zu Beginn der Etappe sagen können. Deshalb haben wir ihr natürlich nicht geglaubt und so durfte Monika, die  Dienstag mit dem Fahren dran war, zu guter Letzt doch noch ihren Pistenschein machen.

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Wüste

Also auf zum Erg Chebbi! Das ist Marokkos größte Sandwüstenei und dementsprechend ist das Angebot dort. Kamele, 4x4-Touren, Quad-Verleih, Ausflüge in die Wüste zum wahlweise Sonnenauf- oder untergang oder mit Übernachtung im Beduinenzelt… es gibt nix, was nicht angeboten wird. Und alles natürlich von allen Anbietern. Und davon gibt es fast so viele wie Sandkörner in der Wüste. Also haben wir einen Bogen um Rissani und Merzouga gemacht und sind, dem Guido folgend, auf einen Parkplatz hinter ein Hotel gezogen, das „einsam“ direkt an den großen Sanddünen liegt.

 

Naja… einsam ist so eine Sache. Immerhin wurden wir nicht ständig von irgendwelchen Schleppern angehauen, aber der Parkplatz entpuppte sich dann doch eher als eine Baustelle (irgendetwas wird hier immer gebaut - in einer Woche fängt ja die Saison an) und gegen Abend machte sich dann eine Kamel-Karawane (natürlich mit Touristen) nach der anderen auf den Weg. Wem dann das Kamel (natürlich richtiger Dromedar) doch zu hoch war, der nahm eines der zahlreichen Allrad-Taxen. Also es war nicht ansatzweise so romantisch, wie wir es uns vorgestellt hatten. Zur Ehrenrettung sei jedoch angemerkt, dass Ali, der Besitzer des Hotels, wirklich ein richtig netter Kerl war, der mit seinem Charme viel herausgerissen hat. Sogar, dass uns am Abend dreimal das Tor - und damit der Zugang zu Toilette und Dusche - vor der Nase zugeschlossen wurde, was wir jedes Mal durch Rütteln und Brüllen verhindern mussten.

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On- und Off-Road Experience

Jetzt fängt's auch noch an zu regnen!
Jetzt fängt's auch noch an zu regnen!

Ach, wenn wir das doch zuerst im Reiseführer gelesen hätten: "Diese Piste ist nur bei Trockenheit für Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit und erfahrene Off-Road-Experten geeignet."

Also: Das einzige was wir hatten, war ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit und ich dachte, ich hätte auf der Karte für Monika eine besonders idyllische Bergstrecke herausgesucht. Gelesen, wo wir wirklich waren, haben wir erst am Abend danach. Und Regen, der die bergige Schlammpiste in Schmierseife verwandelt hat, gab auch noch reichlich. Aber wir haben es geschafft: Jetzt sind wir also richtige Pistensäue!

 

Aber der Reihe nach: Am Mittwoch fuhren wir, die schöne Stadt Fès verlassend, südöstlich durch den mittleren Atlas. Vorbei an Sefrou lotste uns Monika durch kleine Bergsträßchen durch Naturschutz- und Skigebiete, dichte Zedernwälder, die von Berberaffen bewohnt werden, bis zur Tagesetappe, einem Camping mit Hotel (oder umgekehrt), wobei anzumerken ist, dass das Hotel den Titel unseres Campingführers ziert. Könnt Euch also vorstellen, dass das ein hervorragendes Ende einer Etappe war. 

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Fès

So sind wir also am Dienstag Abend in der schönen und alten Stadt Fès gelandet. Weil es dort so viel zu sehen gibt, blieben wir auch gleich zwei Tage. Hättet Ihr gedacht, dass sich dort die größte "Fussgänger-" und Esels-Zone der Welt befindet? In die Medina, das haben wir bereits gelernt = Altstadt, können nämlich nur Fußgänger und als einzige Transportmittel außer Handkarren Esel reinmarschieren.

Nun könnte der geneigte Mitteleuropäer denken, das ist ja nicht so schlimm, bei einer Altstadt. Allerdings befinden sich dort rund Elftausend Gassen und Gässchen, die wild durcheinander gebaut sind. Noch nicht einmal Google hat es geschafft, die Altstadt zu kartografieren. Bis heute gibt es keine vollständige Karte der Medina.

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Staub, Hitze und ein bisserl Regen

Nun sind wir also da in Marokko und ein wenig an das Land gewöhnt haben wir uns wohl auch schon. Aber der Reihe nach:

Pünktlich zum Geburtstag hat der Schreiberling sein Weib in Jerez de la Frontera vom Flieger abgeholt und wir haben uns einen dem Anlass entsprechenden Abend gegönnt. Ausnahmsweise war auch Hotel und nicht die Toyo-Bar angesagt: Letzter Luxus vor der Fähre.

Die Überfahrt nach Tanger Med lief dann auch reibungslos, erst danach begann ein gnadenloses Verkehrschaos. Dies hängt wohl mit der Flüchtlingssituation zusammen. Selbige warten auf LKWs, die nach Europa verschifft werden. Diese wiederum werden kontrolliert und das Ganze kollidiert mit all denen, die in Marokko angekommen sind und endlich den Zoll passiert haben. Da können wir uns heimwärts ganz schön auf was gefasst machen. Naja... nach guten zwei Stunden hatten wird es dann geschafft und lausige eineinhalb Kilometer bewältigt. Unser erster Camping war glücklicherweise nicht weit.

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Let the party begin!

Also erst einmal viele Grüße von dem, der nun bereits seit einer Woche auf Achse ist. 

 

Nachdem wir (die Saltims und der Driver) ja grundsätzlich nicht über die Autobahn brettern, hat sich die Anreise nach Jerez doch etwas hingezogen. Auch auf dem kürzesten Weg sind gut über Zweitausendfünfhundert Kilometer zusammengekommen. 

 

Ja... da waren wir an manchen Tagen gut acht Stunden am Steuer und deshalb war es nicht möglich, auch noch für Fotografien anzuhalten; obwohl sich sowohl in Frankreich als auch in Spanien geradezu pittoreske Ortschaften und grandiose Landschaften angeboten hätten. 

 

Bei der Heimreise jedoch, versprochen, da gibt es ja niemanden, der am Freitag um fünf vor dem Flughafen steht. Dann werde ich  mit Zeit und Muße daran gehen, Euch Daheimgebliebene teilhaben zu lassen.

 

Jetzt gehts aber morgen (hoffentlich) erst mal über die Straße von Gibraltar. Auf nach Afrika!

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Wir sind dann mal weg!

.... na ja, zumindest der größte Teil der Reisegruppe. Der Toyo ist gepackt, wir haben die erste Nacht gemeinam auf dem Campingplatz in Kassel verbracht (dass die Temperatur unter 10° fällt, hatten wir so nicht bestellt - es kann nur besser werden) und das alljährliche Kulturzelt-Abschluss-Konzert der 17 Hippies genossen.

 

Beendet wurde der Abend standesgemäß in der Toyo-Bar.

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...und fragt, wo es am schönsten war, so ist das sicher Sansibar...

Warum in die Ferne schweifen, wenn's daheim auch so schön ist?
Warum in die Ferne schweifen, wenn's daheim auch so schön ist?

 

Naja, in Sansibar zumindest waren wir auf unserer (nahezu vollständigen) Weltumrundung sicher nicht. Dennoch passt der Ausschnitt aus Achim Reichels Liedtext ganz gut als Antwort auf die meistgestellte Frage, die uns nach unserer Rückkehr ereilte: 

 

"Wo hat es Euch denn am besten gefallen?"

 

Aber Spaß beiseite. So einfach können wir das nicht beantworten. Eigentlich hatten nahezu alle Länder, die wir besuchten, irgendetwas, das für uns besonders reizvoll war. Vielleicht lag es ja auch an unserer Art zu reisen, also, dass wir stets unabhängig waren und, wenn man von den mannigfaltigen Einschränkungen z. B. durch Visa- oder andere Vorschriften absieht,  immer dann, wenn ein Ort oder ein Übernachtungsplatz mal nicht so optimal war, gleich wieder weiterfahren konnten.

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Bye bye Uruguay...

Die breiteste Straße der Welt wird vom berühmten Obelisken getrennt
Die breiteste Straße der Welt wird vom berühmten Obelisken getrennt

Ja, werte Gemeinde - jetzt geht's langsam aber sicher dem Ende unserer Reise entgegen. Die vier Reisegenossen sind von Tag zu Tag ein wenig trauriger, über all unseren Unternehmungen hängt bereits das Damoklesschwert der nahenden Heimreise. Trotzdem wollen wir es nicht versäumen, auch über unsere Erlebnisse der letzten Wochen zu berichten. Wir können ja nicht einfach so mittendrin aufhören.

 

Also: Was ist passiert? Zunächst haben wir die älteste Stadt Uruguays, Colonia, besucht. Hier handelt es sich um ein kleines Städtchen, gegründet von den Portugiesen um besser Schmuggelware nach Buenos Aires zu transportieren, und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ein überschaubarer aber pittoresker Altstadtkern (…natürlich von der UNESCO geadelt…) nette kleine Hotels und Kneipen, alles nur zweieinhalb Stunden von Montevideo entfernt. Wir haben uns dort zwei Tage ausgeruht. Leider haben der kalte Wind und ein Regentag uns von der Nutzung des Pools abgehalten. 

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Über Brasilien und Uruguay

So sind wir denn zu guter Letzt in Uruguay angekommen. Der Weg von den Iguazu Wasserfällen bis hierher nach Colonia del Sacramento, übrigens die älteste Stadt Uruguays, war landschaftlich wenig spektakulär, kulinarisch (fast) desaströs aber dennoch gibt es ein paar nette Details zu berichten:

Unsere fast fünfzehnhundert Kilometer weite Reise vom fabelhaften Camping Paudimar begann just an dem Wochenende, an dem dort ein Traveller-Meeting (hauptsächlich Motorradfahrer) stattfand. Neben uns war in der Version "vier Räder" nur noch ein in Paraguay lebender Deutscher, der einen 1969er "Overlander 2CV" besitzt, Walter, zugegen. War nett - einen mehrseitigen Bericht im Oldtimer Markt hat der auch schon gehabt. Sei's drum - wir haben uns trotzdem aufgemacht und sind in Sao Lourenco del Oeste gelandet. Samstagabend - kein einziges Lokal geöffnet! Hier hatten wir Gelegenheit, in einer Art Straßencafe das schlechteste Abendessen unserer nun fast einjährigen Reise zu uns zu nehmen: Fette Wurst, frittiert, garniert mit einem Haufen Käsewürfeln, nach nix schmeckenden Fleischersatzbrocken mit Gurkenscheiben und Wachteleiern (...die waren noch das einzig Essbare!). 

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Spurensuche

Wer neben unserem Blog auch die zugehörigen Kommentare verfolgt, weiß nun also auch, dass ich verwandtschaftliche Beziehungen nach Eldorado in der Provinz Misiones habe. 

 

Da Eldorado praktisch am Wegesrand lag, haben wir uns also auf Spurensuche begeben. Zwar haben wir Ricardo Alfredo nicht gefunden, aber immerhin die nach seinen Vorfahren benannte Straße: Bitte sehr!

 

Es ist zwar nicht die 5th Avenue, aber immerhin ist sie in weiten Teilen asphaltiert. Das ist ja hier längst nicht selbstverständlich.

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